Risikokompetenz und
Eigenverantwortung

Wie ist es um die Risikokompetenz und Eigenverantwortung der Deutschen bestellt?

Sind die Deutschen in der Lage, unterschiedliche Risiken des täglichen Lebens richtig einzuschätzen? Und wenn ja, wie gehen sie dann damit um? Die Ergebnisse dieses Kapitels zeigen: Die Deutschen schätzen Risiken mehrheitlich falsch ein und bewerten diese in allen Fällen, teilweise sehr deutlich, zu hoch.

Es klafft nach wie vor eine Lücke zwischen Wissen und Handeln, was die Gesundheit, das Finanzielle und die allgemeine Vorsorge für die Zukunft angeht.

Wie viele von 1.000 Deutschen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren haben Demenz/Alzheimer?

  • Mittelwert
  • Bis 30 Jahre 313
  • 31 bis 40 Jahre 304
  • 41 bis 50 Jahre 314
  • 51 bis 60 Jahre 303
  • Älter als 60 Jahre 247
  • (Tatsächlicher Wert: 54 / abgebildet ist hier der Mittelwert)

Befragte überschätzen Risiko um mehr als das Fünffache

Die Erkrankungszahlen von Demenzkranken steigen mit dem Lebensalter. Je älter ein Mensch also ist bzw. wird, desto höher ist sein Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Derzeit leiden geschätzt etwa 445.480 Deutsche an dem schleichenden Gedächtnisverlust – 54 von 1.000 Personen.

Im Durchschnitt schätzten die Befragten, dass 290 von 1.000 Menschen zwischen 70 und 80 Jahren an Demenz erkrankt sind. Damit bewerten sie dieses Risiko mehr als fünfmal höher, als es derzeit tatsächlich ist. Je älter die Befragten jedoch sind und je höher ihr Bildungsabschluss sowie ihr monatliches Haushaltsnettoeinkommen ist, desto realistischer können sie das Risiko einschätzen. Grundsätzlich sind es bei dieser Frage die Männer, die mehr Risikokompetenz aufweisen. Sie liegen mit einem Mittelwert von 251 etwas näher an der tatsächlichen Zahl als Frauen mit einem Mittelwert von 328.

Wie viele von 1.000 Deutschen sind stark übergewichtig (Body-Mass-Index von über 30)?

  • Mittelwert
  • Bis 30 Jahre 363
  • 31 bis 40 Jahre 420
  • 41 bis 50 Jahre 416
  • 51 bis 60 Jahre 440
  • Älter als 60 Jahre 429
  • (Tatsächlicher Wert: 240 / abgebildet ist hier der Mittelwert)

Menschen mit höherem Bildungsabschluss schätzen besser

Übergewicht zählt zu den häufigsten Ursachen von lebensbedrohlichen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und kann auch die Entstehung von chronischen Leiden begünstigen. Mit Hilfe des so genannten Body-Mass-Index (BMI) kann das eigene Gewicht grob eingeschätzt werden. Der BMI berechnet sich wie folgt: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden Menschen, die einen BMI von 30 bis 34,9 aufweisen, an starkem Übergewicht – man spricht auch von Fettleibigkeit. Insgesamt trifft dies auf 240 von 1.000 Menschen, die in Deutschland leben, zu.

Wie viele Deutsche schätzen diese Zahl richtig ein? Im Durchschnitt antworteten die Interviewten, dass 416 von 1.000 Personen unter Fettleibigkeit leiden, und bewerten dieses Risiko somit deutlich höher, als es tatsächlich ist. Ein gutes Gespür beweisen jedoch die jüngeren Befragten. Sie kamen im Altersvergleich mit 363 von 1.000 Personen dem Wert am nächsten, Befragte zwischen 51 und 60 Jahren waren mit 440 von 1.000 Personen am weitesten vom tatsächlichen Wert entfernt. Die Einschätzungen nach Bildungsgrad zeigen auch in diesem Jahr: Je höher der Bildungsabschluss, desto ausgeprägter ist die Risikokompetenz der Befragten.

Was schätzen Sie, wie viele Jahre lebt ein Nichtraucher im Schnitt länger als ein Raucher?

Bis zu 5 Jahre:

47%

43%

33%

44%

27%

Mehr als 5 und bis zu 10 Jahre:

41%

49%

53%

47%

63%

Mehr als 10 Jahre:

12%

8%

14%

9%

10%

  • Volks-/Hauptschule
  • Mittlere Reife / polytechnische Oberschule
  • Abitur, (Fach-)Hochschulreife
  • Abgeschlossenes (Fach-)Hochschulstudium
  • Promotion
  • (Angabe in Prozent)

Knapp die Hälfte der Deutschen kennt das Risiko

Jährlich sterben in Deutschland zwischen 110.000 und 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, was es zu einer der häufigsten Todesursachen macht. Wie viele Lebensjahre muss ein Raucher, der durchschnittlich 10 Zigaretten am Tag konsumiert, für sein Laster opfern? Je nach Geschlecht sind es 9 (Männer) oder 7 Jahre (Frauen). 1 Fast die Hälfte (48 Prozent) aller Interviewten schätzte diese Frage richtig ein und antwortete mit „Mehr als 5 und bis zu 10 Jahre“.

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