Gesundheit

Seit Jahrzehnten steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen: So wird laut Statistischem Bundesamt ein heute geborener Junge etwa 78 Jahre alt, ein neugeborenes Mädchen sogar 83 Jahre.

Wie aber erreicht man solch ein hohes Alter bei guter Gesundheit? Mit Sport, einer umfassenden medizinischen Versorgung, einem gesunden Lebensstil und viel Schlaf? Oder hängt das von einer positiven Einstellung ab?

Wie schätzen die Deutschen ihren Gesundheitszustand in der Zukunft ein? Auf welche medizinischen Methoden setzen sie die größten Hoffnungen? Und was halten sie von der sogenannten "Gesundheits-Ampel"?

Highlights:

  • Fast jeder Dritte glaubt, mit positivem Denken allein könne man sein Leben verlängern.
  • Zwei Drittel der Befragten haben Angst vor schweren Erkrankungen wie Krebs, Demenz und Herzinfarkt.
  • 68 Prozent wünschen sich die Gesundheitsampel als Orientierungshilfe auf Lebensmitteln.

Was ist der Schlüssel für ein langes Leben?

Favoriten sind eine positive Lebenseinstellung, Sport und regelmäßige Arztbesuche

Nicht rauchen:

12%

14%

18%

16%

8%

Keinen Alkohol trinken:

3%

2%

1%

1%

2%

Regelmäßige medizinische Check-ups/Krebsfrüherkennungen durchführen:

11%

17%

17%

15%

6%

Zucker-, salz- und fetthaltige Lebensmittel meiden:

6%

7%

6%

5%

5%

Sport treiben/Bewegung:

29%

24%

23%

25%

27%

Eine positive Einstellung zum Leben haben:

29%

31%

25%

32%

44%

Soziale Kontakte pflegen / Freunde haben:

5%

3%

1%

4%

7%

Ausreichend schlafen:

5%

3%

7%

1%

0%

  • Ledig/Single
  • Verheiratet
  • Mit Partner zusammenlebend
  • Geschieden
  • Verwitwet
  • (Angabe in Prozent)

Von der Macht des Geistes über den Körper sind viele Deutsche zutiefst überzeugt. So glauben drei von zehn Befragten, dass ihnen eine positive Einstellung dabei hilft, länger zu leben – Frauen (33 Prozent) etwas stärker als Männer (27 Prozent), aber vor allem Verwitwete (44 Prozent). Fast genauso wichtig sind für jeden vierten Deutschen Sport und Bewegung. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand regelmäßige medizinische Untersuchungen (15 Prozent).

Erst auf Rang vier liegt der Verzicht aufs Rauchen: Obwohl der Verzicht auf Nikotin den Gesundheitszustand schnell und erheblich verbessert, glaubt nur einer von sieben Befragten, dass er dadurch sein Leben verlängern kann (14 Prozent). Dazu passt, dass nur knapp jeder Zweite schätzt, dass Nichtraucher im Schnitt knapp zehn Jahre länger leben als Raucher (11 Prozent). Diese Einschätzung kontrastiert erheblich mit den Antworten auf die Wissensfrage „Woran sterben die meisten Menschen in Deutschland?“: Hier sagen 56 Prozent der Befragten zu Recht, dass das Rauchen die häufigste Todesursache ist (siehe Seite 46).

Kaum eine Rolle spielt der Verzicht auf zucker-, salz- und fetthaltige Lebensmittel (sechs Prozent). Das gilt auch für soziale Kontakte, ausreichenden Schlaf und Enthaltsamkeit beim Alkohol.

Vor welchen Erkrankungen fürchten sich die Deutschen?

Größte Angst: An Krebs oder Alzheimer/Demenz zu erkranken

Demenz/Alzheimer:

58%

59%

51%

60%

67%

Krebs/Tumor:

63%

70%

70%

61%

56%

Psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Schizophrenie):

31%

27%

24%

18%

12%

Muskel-Skelett-Erkrankungen(z.B. Rückenleiden):

25%

19%

18%

13%

12%

Herzinfakt/Schlaganfall:

36%

45%

41%

34%

33%

Keine davon:

7%

8%

7%

7%

6%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Angaben nach Altersgruppen in Prozent)

Auch wenn die meisten Menschen in Deutschland an einer Herz- und Kreislauferkrankung sterben, haben die befragten Bundesbürger die größte Angst davor, an Krebs zu erkranken (63 Prozent der Befragten). Am stärksten ist diese Furcht bei Männern und Frauen im mittleren Alter (31 bis 50 Jahre) – sieben von zehn Befragten äußern diese Sorge. Mit zunehmendem Alter sinkt die Angst vor Krebs deutlich, auf 56 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Fast gleichauf liegt die Furcht vor Demenz und Alzheimer: Sechs von zehn Deutschen haben Angst vor diesen klassischen Alterskrankheiten – am häufigsten die über 60-Jährigen, am geringsten die unter 40-Jährigen. Mit Abstand am stärksten (75 Prozent) sorgen sich Witwen und Witwer vor Alzheimer/ Demenz. Sehr wahrscheinlich aus Furcht, dieser Krankheit allein ausgeliefert zu sein. Am niedrigsten liegt dieser Wert mit 49 Prozent daher bei den Befragten, die noch mit Kindern unter 18 Jahren zusammenleben.

Mit deutlichem Abstand folgt die Sorge vor Herzinfarkt/ Schlaganfall, psychischen Leiden sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Sollten abgepackte Lebensmittel mit einer „Gesundheits-Ampel“ gekennzeichnet sein?

Viele Deutschen wünschen sich eine farbliche Kennzeichnung

  • Ja Nein Weiß nicht
  • Volks/-Haupt­schule 72% 16% 13%
  • Mittlere Reife / poly­technische Ober­schule 69% 22% 9%
  • Abitur, (Fach-)­Hoch­schulreife 67% 25% 8%
  • Ab­geschlossenes ­(Fach-)­Hochschul­-Studium 65% 27% 8%
  • Promotion 56% 39% 5%
  • (Angaben nach höchstem Bildungsabschluss in Prozent)

Die Ampelkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen soll leicht verständlich den Gehalt an gesundheitsrelevanten Nährstoffen signalisieren, wie z. B. an Fetten, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Anhand dieser Kriterien sollen Verbraucher erkennen, ob das Produkt zu einer ungesunden Ernährung beiträgt.

Eine klare Mehrheit der befragten Deutschen begrüßt eine solche Kennzeichnung. Unabhängig von Alter und Beruf sprechen sich sieben von zehn Befragten dafür aus. Leichte Unterschiede lassen sich allerdings bei den Geschlechtern feststellen. So sind mehr Frauen (70 Prozent) als Männer (65 Prozent) für eine Gesundheits-Ampel.

Auch in Bezug auf den Bildungsabschluss kristallisieren sich Unterschiede heraus. Bei den Absolventen von Volks-/Hauptschule plädieren 72 Prozent für eine Gesundheits-Ampel, bei den Promovierten dagegen nur 56 Prozent. Schaut man auf die einzelnen Bundesländer, sticht Hamburg heraus. Hier befürworten 76 Prozent diese Kennzeichnung, in Nordrhein-Westfalen sind es lediglich 61 Prozent.

Nahezu jeder vierte befragte Deutsche lehnt eine Gesundheits-Ampel ab. Das trifft vor allem auf die unter 40-Jährigen zu. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Haltung allerdings ab. Der gleiche Effekt zeigt sich auch beim monatlich zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommen.