Geld

Die privaten Haushalte in Deutschland verfügen über Bargeld, Bankeinlagen und Wertpapiere im Wert von mehr als 5,7 Billionen Euro - in Zahlen: 5.700.000.000.000. Und dieses Vermögen wuchs innerhalb der letzten fünf Jahre um mehr als eine Billion Euro.

Dabei legt die Nation der Sparer ihr Geld noch immer bevorzugt risikoarm an, wie die Umfrageergebnisse zeigen. Die Finanzkrise 2008 hat die Deutschen offenbar nachhaltig verunsichert.

Wir wollten wissen, wie viel Geld die Deutschen monatlich zurücklegen, welche Anlageform sie nutzen, von welchen Gefahren sie ihre finanzielle Sicherheit bedroht sehen und wo ihre größten Hoffnungen liegen, ihr Vermögen zu mehren.

In einem Punkt sind sich die Umfrageteilnehmer übrigens einig: In der Frage, ob sie das Bargeld als Zahlungsmittel behalten wollen

Highlights:

  • Bei der Geldanlage dominiert das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen.
  • Ein Drittel der Deutschen in Immobilien investiert.
  • Obwohl zwei Drittel der Befragten glauben, dass sie mit Aktien und Fonds die meiste Rendite erzielen, legen sie ihr Geld lieber aufs Sparbuch (1/3) oder schließen sicherheitsorientierte Vorsorgeprodukte ab (1/4).
  • Jeder Zweite glaubt, dass sich die Finanzkrise von 2008 innerhalb von zehn Jahren wiederholen wird.
  • 93 Prozent möchten am Bargeld festhalten.
  • Bei den finanziellen Ängsten stehen „Altersarmut“ und „Pflegebedürftigkeit“ im Mittelpunkt.
  • 22 Prozent der Deutschen legen nichts und weitere 20 Prozent maximal 50 Euro im Monat für die private Altersvorsorge zurück.

Welche Geldanlage besitzen Sie?

Sparbuch hoch im Kurs

Private Renten/-Lebensversicherung:

44%

52%

55%

41%

Sparbuch/Sparbrief:

33%

41%

42%

32%

Aktien/Investmentsfonds:

20%

26%

43%

45%

Bausparvertrag:

30%

35%

56%

23%

  • Arbeiter(in)/Facharbeiter(in)
  • Angestellter/Angestellte
  • Beamter/Beamtin
  • Selbstständiger/Selbstständige
  • (Angaben in Prozent)

In den 1970er-Jahren gab es bis zu sieben Prozent Zinsen für ein Guthaben auf dem Sparbuch. Heute liegt der sogenannte Spareckzins, also der Zinssatz, den man auf eine Einlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist bekommt, bei 0,03 Prozent. Trotzdem investiert mehr als jeder dritte Befragte sein Geld sehr sicherheitsorientiert in ein Sparbuch oder einen Sparbrief – fast ebenso viele wählen das ähnlich risikoarme Tagesgeld. Im bundesweiten Vergleich besitzen die Hamburger (50 Prozent) am häufigsten das klassische Sparbuch, in Berlin hingegen sind es nur 24 Prozent.

Einen noch höheren Stellenwert haben bei den Befragten Versicherungen (41 Prozent) und Immobilienbesitz (39 Prozent). Aktien, Anleihen und Fonds werden hingegen nur von jedem Vierten (25 Prozent) als Geldanlage genannt. In Gold oder andere Rohstoffe investieren sogar nur acht Prozent der Umfrageteilnehmer.

Beim Thema Bausparvertrag liegen die Beamten mit weitem Abstand vorn: 56 Prozent investieren ihr Geld auf diese Weise – im bundesdeutschen Durchschnitt tun dies lediglich 28 Prozent der Befragten, also exakt die Hälfte.

Womit, glauben Sie, hätten Sie im Schnitt mehr Geld erwirtschaftet?

Sparbuch fällt durch

Mit einem Sparbuch:

6%

8%

4%

Mit Tagesgeld:

10%

12%

9%

Mit Aktien:

40%

27%

52%

Mit Fonds:

27%

28%

26%

Weiß nicht:

17%

25%

9%

  • Gesamt
  • Frauen
  • Männer
  • (Angaben in Prozent)

Wer vor zehn Jahren in den Deutschen Aktienindex (DAX) investierte, hat bis heute knapp 80 Prozent Rendite erzielt – trotz der Finanzkrise 2008. Ein Ertrag, an den kein Sparbuch oder Tagesgeldkonto heranreichen kann.

Das wissen die Deutschen: Vier von zehn Befragten geben an, dass sich mit Aktien in den vergangenen zehn Jahren das meiste Geld erwirtschaften ließ – nur sechs Prozent denken dies vom Sparbuch, zehn Prozent vom Tagesgeld. Am höchsten ist die Zustimmung zur Aktien-These in Hamburg (45 Prozent), am niedrigsten in Mecklenburg-Vorpommern (30 Prozent).

Fast jeder fünfte befragte Deutsche gibt an, nicht zu wissen, mit welcher Anlageklasse er am erfolgreichsten gewirtschaftet hätte. Ein signifikanter Unterschied existiert zwischen den Geschlechtern: Mehr als die Hälfte der Männer (52 Prozent) schätzt Aktien als Renditebringer ein, bei den Frauen sind es nur 27 Prozent; während nur einer von zehn Männern nicht weiß, mit welcher Anlageform sich die höchsten Erträge erwirtschaften lassen, ist es bei den Frauen jede Vierte.

Wie viel Euro sparen Sie persönlich pro Monat in etwa für die Altersvorsorge?

20 von 100 Deutschen legen nichts zurück

Nichts:

26%

11%

13%

28%

28%

Bis 50€:

30%

25%

20%

14%

15%

50€ bis 100€:

16%

15%

14%

17%

17%

100€ bis 250€:

16%

27%

29%

22%

18%

Mehr als 250€:

12%

22%

24%

18%

21%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Angabe in Prozent)

Am 10. Oktober 1987 versprach der damalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm: „Die Rente ist sicher!“ Heute wissen es die Deutschen besser: Ohne eigene zusätzliche Vorsorge reicht die staatliche Rente für viele nicht aus, um den persönlichen Lebensstil im Alter zu halten.

Vor diesem Hintergrund geben immerhin vier von zehn befragten an, nichts (22 Prozent) bzw. weniger als 50 Euro pro Monat (20 Prozent) für ihre Altersvorsorge zurückzulegen. Einen signifikanten Einfluss auf die Sparbereitschaft oder -fähigkeit hat neben dem Bildungsniveau auch das monatlich zur Verfügung stehende Nettoeinkommen.

Jeder dritte Deutsche mit einem Volks- bzw. Hauptschulabschluss sorgt nicht zusätzlich privat fürs Alter vor. Im Gegensatz hierzu sparen zwei von drei Promovierten jeden Monat mehr als 250 Euro. Ähnliches gilt für die Bezieher eines monatlichen Nettoeinkommens von mehr als 5.000 Euro: Hier legen sechs von zehn Befragten mehr als 250 Euro monatlich beiseite.

Betrachtet man die unterschiedlichen Altersgruppen, so zeigt sich, dass insbesondere die unter 30-Jährigen kaum für ihr Alter vorsorgen: 56 Prozent der Befragten sparen nichts oder nur weniger als 50 Euro je Monat. Vor allem die 31- bis 50-Jährigen investieren hohe Beträge im Monat.

Vor welchen finanziellen Risiken haben Sie die größten Sorgen?

Pflegebedürftigkeit und Altersarmut ganz vorn

Jeder vierte Deutsche wird berufsunfähig, knapp drei Millionen sind pflegebedürftig. Persönliche Tragödien lösen oft zusätzliche, finanzielle Sorgen aus. Die Umfrageteilnehmer stufen dieses Risiko höher ein als etwa die Gefahr einer erneuten Finanzkrise.

Die klare Mehrheit der Befragten (59 Prozent) gibt an, dass die Gefahr, im Alter ein Pflegefall zu werden, für sie das größte finanzielle Risiko darstellt. An zweiter Stelle liegt die Furcht vor Altersarmut (44 Prozent) – dieser Wert liegt bei Frauen (51 Prozent) deutlich höher als bei Männern (37 Prozent). Ein Blick auf die Berufsauswertung zeigt: Während etwa jeder zweite Angestellte (48 Prozent) und Facharbeiter (52 Prozent) Angst vor Altersarmut hat, fürchten nur 15 Prozent der Beamten dieses Schicksal.

Auch das monatlich zur Verfügung stehende Nettoeinkommen hat einen entscheidenden Einfluss auf die Furcht vor dem Armutsrisiko im Alter. Während sich 60 Prozent der Geringstverdiener um dieses Thema sorgen, fühlen sich Besserverdiener (15 Prozent) kaum betroffen.