Digitalisierung

Digitalisierung ist der Schwerpunkt des ERGO Risiko-Reports 2019.

Computer, Tablet-PC, Smartphone und schnelles Internet - 90 Prozent der Deutschen, also 66,5 Millionen über zehn Jahren sind online. Am liebsten nutzen sie übrigens ihr Smartphone, um im Internet zu surfen. Etwa 46 Stunden verbringt jeder Deutsche pro Woche im World Wide Web: Informationen suchen, kommunizieren, spielen, einkaufen. Die Digitalisierung hat unser Leben verändert – im Job und auch privat.

Die Fragen aus dem letzten Report wurden um zukunftsrelevante und öffentlich diskutierte Themenkomplexe wie Künstliche Intelligenz, Datennutzung und Datenschutz, Datensicherheit sowie Smart Home ergänzt.

Das folgende Kapitel gibt unter anderem Antworten auf Fragen wie: Wie stehen die Deutschen Künstlicher Intelligenz gegenüber? Was halten sie von einem Sozialkreditsystem, in dem Punkte für gutes Verhalten gibt? Und: Wieviel wäre der Einzelne bereit für seine Datensicherheit zu zahlen?

In welchen Situationen würden Sie Künstliche Intelligenz den jeweils bewährten Systemen vorziehen?

Menschen vertrauen auf „echte“ Intelligenz



Künstliche Intelligenz (KI) [...]. Was würden Sie zukünftig in folgenden Situationen vorziehen?
Bei einer Krankheitsdiagnose

Diagnose eines Arztes:

85%

87%

92%

93%

92%

Diagnose auf Basis von KI:

15%

13%

8%

7%

8%

Künstliche Intelligenz (KI) [...]. Was würden Sie zukünftig in folgenden Situationen vorziehen?
Bei einer Geldanlage

Empfehlung eines Finanzberaters:

63%

66%

71%

70%

73%

Empfehlung durch einen virtuellen Assistenten (auf Basis von KI):

37%

34%

29%

30%

27%

Künstliche Intelligenz (KI) [...]. Was würden Sie zukünftig in folgenden Situationen vorziehen?
Wenn Sie pflegebedürftig werden

Unterstützung durch eine Pflegekraft:

77%

81%

86%

87%

89%

Unterstützung durch einen Pflegeroboter:

23%

19%

14%

13%

11%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Angabe in Prozent)

Die Deutschen stehen Künstlicher Intelligenz in den Bereichen Medizin, Pflege und Finanzen deutlich ablehnend gegenüber: So vertrauen neun von zehn Personen lieber ihrem Arzt als einer Diagnose auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Auch als Pflegekraft wünschen sich 85 Prozent der Deutschen lieber einen realen Menschen als einen Pflegeroboter.

Und beim Thema Geld würden mehr als zwei Drittel einem Finanzberater deutlich mehr vertrauen als einem virtuellen Assistenten.

Während Frauen eher auf Altbewährtes setzen, scheinen Männer und junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren der Künstlichen Intelligenz gegenüber etwas aufgeschlossener zu sein.

Große Skepsis gegenüber innovativen Technologien der Automobilindustrie 

Wem trauen Sie zukünftig eher zu, Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden?

mir selbst:

62%

73%

78%

80%

77%

einem selbstfahrenden Auto:

38%

27%

22%

20%

23%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Angabe in Prozent)

Der Traum der Menschheit vom selbstfahrenden Auto existiert seit Jahrzehnten. Doch was in Literatur oder auf der Leinwand zu begeistern vermag, erweckt in der Realität offenbar kaum Vertrauen. Annähernd drei Viertel aller Deutschen trauen der eigenen Fahrkunst am Steuer weit eher als einem selbstfahrenden Auto. Frauen sind hier deutlich selbstbewusster als Männer.

Viel offener sind jüngere Verkehrsteilnehmer: Bei den 18–30-Jährigen kann sich immerhin mehr als jeder Dritte vorstellen, künftig einem selbstfahrenden Auto die Kontrolle zu überlassen, bei den 30–40-Jährigen ist es immerhin noch gut jeder Vierte.

Neben Unternehmen kann auch der Staat Informationen zu einzelnen Personen sammeln. Würden Sie sich wünschen, dass ein solches System in Deutschland eingeführt wird?

George Orwells Utopie bereitet nicht mehr jedem Horror

ja, das fände ich gut:

23%

22%

20%

18%

18%

nein, ich bin dagegen:

64%

63%

68%

68%

73%

weiß nicht:

13%

15%

12%

14%

9%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Gefahren der Digitalisierung nach Alter in Prozent)

Ende vergangenen Jahres überschlugen sich die Schlagzeilen zur von der Volksrepublik angekündigten Einführung eines Scoring-Systems im Jahr 2020. Laut Aktionsplan soll finanzielles, moralisches und politisches Wohlverhalten mit günstigen Krediten oder schnelleren Beförderungen oder kürzeren Wartezeiten in Krankenhäuser „belohnt“ werden. Fehlverhalten wie Steuerhinterziehung, Vernachlässigung der Eltern oder Überqueren einer Ampel bei Rot könnte beispielsweise mit der Einschränkung der Mobilität sanktioniert werden oder dem Entzug des Haustieres.

Während der Westen George Orwells düstere Szenarien übertrumpft sah, stimmten die Chinesen dem System mehrheitlich zu, hieß es. Im Westen würde die Einführung eines solchen Bonitäts-Systems wie von der fernöstlichen Weltmacht geplant, Proteste auslösen, mutmaßten zahlreiche deutsche Medien. Ist das wirklich so? 

Nein! Denn jeder fünfte Befragte fände ein solches Punktesystem gut, weitere 12 Prozent sind unentschlossen. Ablehnend äußern sich gut zwei Drittel. Tendenziell steigt die Ablehnung mit zunehmendem Alter und Bildungsgrad.

Wie viel Euro wären Sie maximal bereit zu zahlen, damit Ihre Daten von keinem Anbieter mehr gesammelt und weitergeleitet werden?

Datenschutz ist den Deutschen kaum etwas wert

ich möchte nichts zahlen:

82%

80%

66%

70%

85%

bis zu 5 Euro pro Monat:

13%

15%

25%

20%

14%

6 bis 10 Euro pro Monat:

3%

4%

7%

7%

1%

mehr als 10 Euro pro Monat:

1%

1%

2%

3%

1%

  • Volks-/Hauptschule
  • Mittlere Reife / polytechnische Oberschule
  • Abitur, (Fach-)Hochschul-Studium
  • Abgeschlossenes (Fach-)Hochschul-Studium
  • Promotion
  • (Angabe nach höchstem Bildungsabschluss in Prozent)

Soziale Medien wie Facebook, WhatsApp oder Instagram sammeln Daten ihrer Nutzer und finanzieren durch den Verkauf der Daten das kostenlose Plattformangebot. Wenn die User für die Nutzung der Online-Angebote zahlen würden, könnten sie so ihre Privatsphäre besser schützen.

Allerdings: Ganze 75 Prozent der Deutschen sind überhaupt nicht bereit, für den Schutz ihrer Daten zu zahlen. Wenn, dann sind es die jungen Befragten – die Generation Vielsurfer – zwischen 18 und 40 Jahren, die immerhin fünf Euro (26 bis 27 Prozent) oder zehn Euro (8 Prozent) dafür ausgeben würden.

E-Mail

E-Mail

Schreiben Sie uns

E-Mail schreiben