Alter

Das Thema Alter ist der Schwerpunkt des ERGO Risiko-Reports 2019.

Die Deutschen werden immer älter und vor allem – sie werden immer weniger. Bereits heute leben in der Bundesrepublik mehr 65-Jährige und ältere Menschen als 15-Jährige und jüngere Personen. Bis 2050 soll sich dieses Verhältnis noch zuspitzen. 

Umso erfreulicher ist es, dass für die jungen Befragten dieses Reports der Wunsch nach Familie an erster Stelle steht. Sorge bereitet ihnen jedoch ihre finanzielle Situation im Alter. Aber tun sie auch genug dafür, um das Risiko zu verringern?

Was denken die Deutschen: ist das Alter Fluch oder Segen? Freuen sie sich darauf oder haben sie Ängste und wenn ja, welche? Welche Wünsche haben sie im Alter und können sie ihren Lebensstandard auch jenseits des Berufslebens noch halten? Lesen Sie in diesem Kapitel die Antworten darauf.

Was fürchten die Deutschen im Alter am meisten?  

Angst vor Krankheit und Unmündigkeit begleitet die Deutschen

Unmündigkeit oder Abhängigkeit von anderen:

37%

31%

34%

39%

42%

Einsamkeit:

46%

31%

30%

25%

20%

Rückblickend mit dem Leben unzufrieden zu sein:

39%

16%

12%

8%

5%

Nicht mehr zu arbeiten:

5%

3%

4%

1%

1%

Armut:

48%

41%

45%

43%

26%

Langeweile:

20%

13%

10%

6%

4%

Länger arbeiten zu müssen, als ich will:

31%

26%

17%

15%

2%

Krankheit:

67%

65%

65%

64%

63%

Nichts davon:

1%

3%

3%

3%

6%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Angabe in Prozent)

Erst weit hinter der Angst vor Unmündigkeit oder Abhängigkeit folgen mit gut einem Drittel die Angst vor Armut und vor Unmündigkeit oder davor, im Alter abhängig von anderen zu sein. Die Sorge, im Laufe des Lebens arm zu werden, begleitet fast jeden zweiten jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Über 60-Jährige haben hingegen häufiger als alle anderen Befragten die Befürchtung, im hohen Alter ihr Leben nicht mehr selbstständig und unabhängig führen zu können.

Nahezu ein Drittel der Deutschen bereitet die drohende Einsamkeit im Alter großen Kummer. Besonders Frauen und 18-30-Jährige scheint die Aussicht im Alter einsam zu sein, häufiger zu beunruhigen. Der DKV-Report 2018 „Wie gesund lebt Deutschland?“ zeigt: Bereits jetzt fühlt sich mehr als jeder zehnte Deutsche tatsächlich einsam. Allerdings verspüren ältere Menschen ab 66 Jahren dieses Gefühl tendenziell häufiger als jüngere Personen.

Im Vergleich zum ERGO Risiko-Report 2018 sind die Befürchtungen der Deutschen, was das Leben im Alter angeht, größtenteils leicht rückläufig. Die Angst vor einem nicht selbstbestimmten Leben hat sich etwas stärker verringert als alle anderen Besorgnisse.

Wie wird Ihre finanzielle Situation im Ruhestand aussehen?

Kein Leben in Saus und Braus

Ich werde mich einschränken müssen.

61%

47%

53%

60%

Ich werde meinen jetzigen Lebensstandard halten.

35%

46%

42%

32%

Mir wird es finanziell besser gehen.

4%

6%

5%

8%

  • weiblich
  • männlich
  • berufstätig
  • nicht berufstätig

Mehr als jeder zweite Befragte glaubt, seine finanzielle Situation im Ruhestand wird alles andere als rosig sein. 55 Prozent sind der Meinung, dass sie mit ihrem Geld sparsamer umgehen bzw. sich einschränken müssen. Das Risiko, im Alter finanziell schlechter gestellt zu sein, schätzen die 41-50-Jährigen wesentlich höher ein als Menschen, die gerade noch am Anfang ihres Lebens stehen. Männer sind optimistischer als Frauen, wenn sie ihre finanzielle Situation im Ruhestand einschätzen sollen. 46 Prozent glauben, sie könnten ihren jetzigen Lebensstandard halten. Nur 35 Prozent der Frauen behaupten das von sich.

Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt: Die Beamten schätzen ihre Chancen, ihren Lebensstandard im Alter halten zu können, mit 61 Prozent am höchsten ein. Selbstständige gleich dahinter mit 53 Prozent.

Wie möchten Sie im Alter leben, angenommen, Sie können sich nicht mehr selbstständig versorgen?

Zu Hause ist es am schönsten

Pflegeheim in Deutschland

9%

9%

6%

5%

7%

Pflegeheim im Ausland

3%

3%

5%

3%

2%

bei Familienangehörigen

25%

17%

16%

11%

12%

bei mir zu Hause mit Pflegedienst

19%

24%

24%

30%

41%

Wohngemeinschaft mit älteren Menschen

19%

21%

19%

23%

16%

Mehrgenerationenhaus

15%

14%

16%

17%

17%

weiß nicht

11%

12%

13%

11%

5%

  • Bis 30 Jahre
  • 31 bis 40 Jahre
  • 41 bis 50 Jahre
  • 51 bis 60 Jahre
  • Älter als 60 Jahre
  • (Angabe in Prozent)

Ein Leben in den eigenen vier Wänden hat für die Deutschen im Alter den größten Stellenwert. 29 Prozent möchten ihren Lebensabend im trauten Heim verbringen, wo sie regelmäßig von einem Pflegedienst besucht und unterstützt werden. Männer teilen diese Vorstellung mit 31 Prozent etwas häufiger als Frauen.

Hingegen können sich Frauen viel eher als Männer vorstellen, in einer Wohngemeinschaft mit anderen älteren Menschen zu leben. Auch das Leben in einem Mehrgenerationenhaus käme für sie etwas häufiger infrage.

Insgesamt können sich jeweils 16 Prozent der Befragten damit anfreunden, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu wohnen sowie das Leben im Alter bei Familienangehörigen zu genießen. Letzteres wünschen sich die 18-30-Jährigen besonders häufig.

Was das Thema Pflege angeht, so wirft die aktuelle Pflegedebatte ihre Schatten voraus: Das Risiko, in ein Pflegeheim zu gehen und sich damit in fremde Hände zu begeben, würden die Deutschen nur zu einem sehr geringen Teil im Alter auf sich nehmen.

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